Wanda Bär rechtzeitig aus China zurück

Wanda in ChinaWandas Reisebericht von der dritten großen Reise:

Noch während der Abbauwoche des RaBauKi-Bauspielplatzes 2012 mach ich mich auf den Weg nach München und von dort aus ab nach Shanghai in China. Angekommen in Shanghai, fahre ich noch 200 km südlich nach Hangzhou, wo mein guter Kumpel Sijiu eine Wohnung hat. Noch während der Taxifahrt zu seiner Wohnung bekomme ich den Mund vor lauter „Ohs“ und „Ahs“ nicht mehr zu. Alles ist so groß und hoch und extrem, da kam ich mir ja richtig verloren vor....

 

 

Zum Glück hab ich ja Sijiu, der alles für mich regelt und auf mich aufpasst, fast kein Chinese spricht nämlich Englisch. Die nächsten paar Tage schauen wir uns die Stadt und die nähere Umgebung an. So kann ich mir die unglaublich riesigen Häuser, aber auch idyllische Seen und wunderschöne Tempel bestaunen. Bei so viel Trubel und Programm (wir stehen jeden Morgen um sieben auf!) brauche ich auch mal eine Pause und machs meinem Verwandten – den Panda-Bären – nach und ruhe mich auf einen Bambusbaum aus. Davon gibts auch ein Foto, das findest du, wenn du ein paar Seiten weiterblätterst. Sehr oft gehen wir zum Essen in ein Restaurant, das tolle ist, das Restaurants fast so günstig wie Supermärkte sind. Die Speisen sind einfach nur himmlisch, der Wahnsinn, was für eine vielfältige Küche es in China gibt. Von Tag zu Tag werd ich runder und runder, aber es schmeckt einfach zu gut, als dass ich nur kleine Portionen essen könnte.

 

Das Wetter hier ist übrigens sehr heiß und schwül. Ich schwitze eigentlich schon in der Früh’ beim Aufstehen und hör bis zum Abend auch nicht mehr auf. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit lockt sich mein Fell wie verrückt, sodass ich eher wie ein Pudel ausschau’ als wie ein Wanda-Bär. Nach ein paar Tagen gehts schließlich 2000km hoch in den Norden, in die Hauptstadt Chinas, Peking. Hier bleiben wir zwei Tage, an denen wir uns die chinesische Mauer (die 10-mal so lang wie Deutschland ist) und die verbotene Stadt im Zentrum von Peking anschauen. In der verbotenen Stadt hat früher der Kaiser von China gelebt. Sie heißt so, weil nur der Kaiser uns seine Frauen und Diener sie betreten durften, deswegen ist sie auch von riesigen Mauern und Wachtürmen mit massiven Toren umgeben. In Peking leben ca. 20 Millionen Menschen.

 

Wanda auf dem BambusbaumDas kann man sich nicht vorstellen, was hier auf den Straßen los ist. Erinnert sehr an Autoscooter auf der Kirmes, auch wir sind nicht ohne ein paar Kratzer und Dellen in den Türen durchgekommen. Manche Leute, die hier arbeiten, brauchen wegen dem vielen Verkehr drei bis vier Stunden zur Arbeit. Das heißt, sie müssen mitten in der Nacht aufstehen um pünktlich in der Früh mit dem Arbeiten anzufangen. Wegen diesem Problem schlafen manche Arbeiter direkt auf dem Arbeit. Auf einer Baustelle habe ich zum Beispiel gesehen, wie die Bauarbeiter nachts auf Decken direkt neben Bagger, Betonmischer und Schaufel schlafen. In meiner zweiten Woche in China machen wir uns auf den Weg in den Westen von China. In den westlichen Regionen leben die meisten Menschen von Berg- und Tunnelbau und sind sehr arm, im Vergleich zu den Bewohnern der hochentwickelten Städten an der Ostküste wie Hangzhou zum Beispiel. Die Stadt, die wir nun besuchen, heißt Liuliu und befindet sich im mittleren Westen. Hier hat der Vater von Sijiu einige Tunnelbauprojekte, sodass er uns hier viele Baustellen in den Bergen zeigt. Wirklich sehr spannend.

 

In dieser Stadt darf ich auch viele Onkel, Tanten und Cousinen von Sijiu kennen lernen. Alle sind sehr herzlich und offen. Ein Onkel fährt uns mit seinem Jeep durch die aufregende Landschaft und zeigt uns dabei den gelben Fluss, alte Tempelanlagen und ein sehr altes Kloster der Dao. Der gelbe Fluss ist tatsächlich leicht gelblich, doch geht es eher in eine braune Farbe, was an dem stark lehmigen Boden der Region liegt. Kurz bevor es in Richtung Süden zu Sijius Heimatstadt geht, gehen wir mit der gesamten Familie zum Feuertopfessen. Das ist wirklich genial und eindeutig in der Top-5 meiner besten Mahlzeiten, die ich je hatte. Jeder hat seine eigene Herdplatte auf der ein Topf mit kochendem Sud aus Gewürzen, Öl und Wasser steht. In der Mitte des Tisches stehen riesige Schalen voller Gemüse, Fisch, Fleisch und was man sich sonst noch so vorstellen kann. Nun kann man nach Lust und Laune Fleisch oder Gemüse im Topf versenken und kochen. Nach zwei bis fünf Minuten ist alles durch und man dippt sein Essen in eine scharfe Sesam-Erdnuss-Sauce. Ein großes Geschmacksfeuerwerk.

 Wanda am Wasser

Mit fast platzend-vollem Magen gehts ab in die Heimat von Sijiu, von wo aus wir noch mal vier Stunden in die Berge fahren. Der Ort heißt Huangshao und ist für seine atemberaubende Berglandschaft berühmt. Wir fahren mit einer Gondelbahn bis auf fast 2.000 m hoch und sehen leider den gesamten ersten Tag nur Nebel. Wirklich sehr schade, aber zum Glück übernachten wir oben auf dem Berg in einer Jugendherberge. Am nächsten Morgen stehen wir schon um 4.00 Uhr früh auf, um den kompletten Tag zum Wandern zu nutzen. Dummerweise sind wir nicht die einzigen mit diesem Plan, so kommts das bereits um 5.00 Uhr in der Früh der komplette Berg voller Touristen ist. (Lustigerweise treffe ich auf meiner gesamten Reise sehr wenige ausländische Touristen, wo man hinschaut sieht man immer nur chinesische Touristen). Als jedoch die Sonne aufgeht und sich der Nebel verzieht entschädigt das Panorama für alles! Wunderschöne Bergkettenformationen und Felsformen gefolgt von 100 Meter tiefen Abgründen lassen uns den doofen gestrigen Tag komplett vergessen.

 

Die Wälder und Berge im berühmten Kinofilm Avatar entstanden übrigens nach dem Vorbild der Landschaft von Huangshao. Wieder zurück in Sijius Wohnung fiel mir auf, dass es morgen schon wieder nach Haus’ geht. Unglaublich schade. Doch es half alles nichts, schließlich wars so weit und ich bereitete mich auf die fünfzehn Stunden Rückflug vor.

 

Die Reise nach und durch China war eine der unglaublichsten Abenteuer, die ich je erleben durfte, ich möchte mich hierfür tausenfach bei meinem Freund Sijiu bedanken.
Xie-Xie [schje-schje]! Danke!

Wanda (China, August 2012)

 

Hier geht es zu Wandas erster und zweiter Reise...

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